Telemedizin Vorarlberg: CardioCare und OnkoCare im häuslichen Umfeld
Mit den beiden Pilotprojekten CardioCare und OnkoCare starten die ersten beiden telemedizinischen Programme in Vorarlberg: CardioCare für Menschen mit Herzschwäche sowie OnkoCare für Patient:innen mit Krebserkrankungen. Ziel ist eine noch engere, strukturiertere und transparentere Zusammenarbeit zwischen Patient:innen, niedergelassenen Haus- oder Fachärzt:innen und den Teams der Vorarlberger Landeskrankenhäuser – und damit eine Erweiterung der medizinischen Versorgung im häuslichen Umfeld: mehr Sicherheit im Alltag, weniger Arztbesuche und eine raschere Reaktion bei Verschlechterungen.
„Die telemedizinische Betreuung gilt nicht als Ersatz, sondern als eine sinnvolle Erweiterung der persönlichen ärztlichen Betreuung“, sind sich die beiden Projektteams der Abteilungen Innere Medizin I (Kardiologie) um Primar Priv.-Doz. Dr. Matthias Frick und Innere Medizin II (Onkologie) um Primar Priv.-Doz. Dr. Thomas Winder, PhD, am LKH Feldkirch einig.
CardioCare – für mehr Sicherheit
CardioCare Vorarlberg ist ein telemedizinisches Betreuungsprogramm für Menschen mit Herzschwäche, das im Juli im Bezirk Feldkirch in die Pilotphase geht. Die Herzinsuffizienz-Nurse DGKP Lara Marie Hoffmann, die das Projekt CardioCare gemeinsam mit Oberarzt Philipp Hörmann von der Abteilung Innere Medizin am LKH Feldkirch leitet, erklärt das Prinzip: „Die Patientinnen und Patienten messen täglich ihre Gesundheitsdaten und übermitteln diese über eine App an eine Datenzentrale. Die Herzinsuffizienz-Nurse ist die zentrale Schnittstelle. Sie überwacht die Werte, schult Betroffene im Umgang mit ihrer Erkrankung und steht in ständigem Kontakt mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.“ So können Medikamente schnell und gezielt angepasst und Verschlechterungen früh erkannt werden, eine unmittelbare Reaktion auf die gegebene Situation erfolgen.
OnkoCare – für mehr Lebensqualität
Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert das Pilotprojekt OnkoCare Vorarlberg für Menschen mit Krebserkrankungen unter laufender Behandlung. Das Projekt startet mit vorerst rund 150 Patient:innen im Juli 2026 in die Pilotphase. Auch hier geht es um das tägliche Messen der Gesundheitsdaten, die über eine App zunächst die Onko-Nurses erreichen. Im Hintergrund steht ein interdisziplinäres Team, das bei auffälligen Werten rasch weitere Schritte einleitet. Fachärztin Dr.in Magdalena Benda-Beck und die Cancer-Nurse Christina Simma von der Inneren Medizin II am LKH Feldkirch betreuen das Projekt federführend und verdeutlichen die Hintergründe „Gerade während einer onkologischen Therapie treten häufig Nebenwirkungen auf, die rasch abgeklärt oder behandelt werden sollten. Durch die telemedizinische Begleitung können wir kritische Entwicklungen früh erkennen und damit zusätzliche Krankenhausaufenthalte vermeiden. So fördern wir insgesamt die Lebensqualität und Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten.“
Telemedizin unterstützt die Versorgung im Land
Beide telemedizinischen Projekte werden durch das Landeszielsteuerungskommission des Landes Vorarlberg gefördert. Sie sind Teil der strategischen Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im Land Vorarlberg und sollen neue Wege aufzeigen, wie chronisch kranke Menschen auch außerhalb des Spitals bestmöglich betreut werden können. Nach Abschluss der Pilotphase ist eine Evaluierung der Projekte vorgesehen, auf deren Basis über eine mögliche Ausweitung entschieden wird. „Mit CardioCare und OnkoCare setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt in der konsequenten Umsetzung der E-Health-Strategie des Landes Vorarlberg“, bestätigt Landesrätin Martina Rüscher, MBA MSc. „Unser Ziel ist klar: moderne digitale Lösungen so einzusetzen, dass sie den konkreten Nutzen für Patientinnen und Patienten erhöhen. Telemedizin ermöglicht mehr Sicherheit im Alltag, eine engere Betreuung und raschere Reaktionen bei gesundheitlichen Veränderungen – und das direkt im häuslichen Umfeld. Damit stärken wir nicht nur die Versorgungsqualität, sondern auch die Eigenständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen. Die beiden Anwendungen werden im Sinne der integrierten Versorgung auch sektorenübergreifend eingesetzt: Neben den Krankenhäusern sollen künftig auch Haus- und Fachärztinnen beziehungsweise Haus- und Fachärzte eingebunden werden.“
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