LKH Rankweil und Feldkirch beim Good Practice PAL Award ausgezeichnet 09.10.2026
Mit großem Engagement setzen sich Praxisanleiter:innen in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern dafür ein, dass Pflegeauszubildende gut vorbereitet, sicher und kompetent in ihren Berufsalltag starten können. Nun sind zwei ihrer Projektideen ausgezeichnet worden: Sarah Fisar, BSc und Laura Pfefferkorn, BSc vom LKH Rankweil (N7) sowie Matthias Hellmair, MBA und sein Team am LKH Feldkirch (iNA) durften beim 3. Good Practice PAL Award beide Sonderpreise entgegennehmen. Die prämierten Projekte zeigen auf unterschiedliche Weise, wie moderne Praxisanleitung Auszubildende stärken kann. Das Rankweiler Projekt „Spot The Risk“ schärft den klinischen Blick und vermittelt, wie Risiken und Stolpersteine erkannt und richtig eingeschätzt werden. Das Feldkircher Projekt „Onboarding“ setzt bereits vor dem ersten Arbeitstag an und schafft für Auszubildende in der komplexen Notaufnahme Orientierung, Sicherheit und verlässliche Begleitung.
Mit dem Good Practice PAL Award würdigen die Fachhochschule Vorarlberg (FHV) und connexia innovative und praxisnahe Projekte aus der Praxisanleitung. Der Hauptpreis ging an das Marienhospital Stuttgart. Die Preisverleihung fand im Rahmen der neunten Konferenz für Praxisanleiter:innen (KoPAL) an der FHV in Dornbirn statt. Die Konferenz hat sich als wichtige Plattform für Praxisanleiter:innen in Gesundheitseinrichtungen etabliert.
„Spot The Risk“ stärkt Patientensicherheit
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen aktuelle Entwicklungen in der Pflegeausbildung sowie die Frage, wie Auszubildende während ihres Praktikums Orientierung und Sicherheit erhalten. Die Auszeichnung innovativer Projekte soll dabei gute Beispiele sichtbar machen und den Austausch über erfolgreiche Ansätze in der Praxisanleitung fördern.
Das Projekt „Spot The Risk“ von Sarah Fisar und Laura Pfefferkorn von der neurologischen Station N7 am LKH Rankweil setzt auf eine praxisnahe und innovative Form des Simulationstrainings. Pflegeauszubildende werden in einem sehr realitätsnah gestalteten Patientenzimmer mit einer Alltagssituation konfrontiert, in die bewusst Fehler, Stolpersteine und potenzielle Unsicherheiten eingebaut sind. Ob fehlerhafte Zugänge, Infusionen, Hygiene, Positionierung, Dokumentation, Medikation oder Monitoring: Die Auszubildenden müssen die Situation nach einer kurzen Übergabe aufmerksam beobachten, Risiken erkennen und ihre Einschätzungen fachlich begründen. Anschließend werden die Beobachtungen gemeinsam mit der Praxisanleitung reflektiert und die richtigen Maßnahmen besprochen. Das Training fördert die Beobachtungsfähigkeit und das Situationsbewusstsein, den klinischen Blick, kritisches Denken, Problemlösungskompetenz und Reflexionsfähigkeit. Gleichzeitig wird ein konstruktiver Umgang mit riskanten Umständen gefördert.
Die erste Evaluation zeigt unterschiedliche Herangehensweisen bei der Fehlersuche. Besonders positiv bewertet wurde die realitätsnahe und ganzheitliche Gestaltung der Lernumgebung. Die anschließenden Reflexionsgespräche ermöglichen es, übersehene Risiken gemeinsam aufzuarbeiten und Wissenslücken unmittelbar durch theoretischen Input und praktische Übungen zu schließen. „Spot The Risk“ lässt sich flexibel an andere Stationen, Pflegebereiche und Ausbildungssituationen anpassen.
„Onboarding“ – sicher ankommen in der Notaufnahme
Der zweite der beiden Sonderpreise ging an Matthias Hellmair und sein Team von der interdisziplinären Notaufnahme am LKH Feldkirch für das Projekt „Onboarding – ein zentrales Element der Praxisanleitung im Spezialbereich der Notfallpflege“. Die Notaufnahme ist ein besonders komplexer Lernort mit vielfältigen Krankheitsbildern, Patient:innen aller Altersgruppen und unvorhersehbaren Situationen. Gerade der Einstieg kann für Auszubildende mit Unsicherheiten verbunden sein. Das Feldkircher Konzept setzt daher bereits vor dem ersten Arbeitstag an. Über eine eigens entwickelte Onboarding-Homepage erhalten die Auszubildenden frühzeitig Informationen zur Abteilung, zum Praxisanleitungs- und Mentor:innen-Team sowie Unterlagen zur Vorbereitung. Dienstplanwünsche und persönliche Anliegen können bereits vor Praktikumsbeginn bekannt gegeben werden. Ein persönliches Erstgespräch, ein strukturierter Einführungstag und die frühzeitige Zuordnung von Mentor:innen schaffen zusätzlich Orientierung und Planungssicherheit.
Das seit 2022 etablierte Konzept wird kontinuierlich evaluiert und von den Auszubildenden sehr positiv bewertet. Es trägt dazu bei, Unsicherheiten abzubauen und von Beginn an auch ein psychologisch sicheres Lernumfeld zu schaffen. Wie das Rankweiler Modell ist auch dieses Konzept auf andere Spezialbereiche übertragbar, in diesem Fall etwa auf Intensivpflege, OP-Pflege oder Anästhesie. Die Grundidee bleibt dabei jeweils dieselbe: Je komplexer der Lernort, desto wichtiger sind Orientierung, klare Strukturen, verlässliche Ansprechpartner:innen und ein sicherer Einstieg.
Statements
„Als pflegerische Stationsleitung macht es mich besonders stolz, mit unserer Notaufnahme zu den glücklichen Gewinner:innen zu gehören. Die Auszeichnung ist eine wichtige Anerkennung unserer täglichen Arbeit und vor allem eine große Wertschätzung für mein gesamtes Team aus engagierten Notfallpfleger:innen und ausgezeichneten Praxisanleiter:innen.
Eine nachhaltige Investition in die Anleitung und Begleitung von Kolleg:innen in Ausbildung war für mich immer ein wesentlicher Bestandteil meiner Führungsarbeit. Heute profitieren wir von einer sehr wertschätzenden und gut durchdachten Praxisanleitung in der Notaufnahme. Besonders freut mich, dass sich viele junge Kolleg:innen nach ihrem Praktikum für eine Tätigkeit in unserer Notaufnahme interessieren und wir dadurch auch langfristig engagierte Mitarbeiter:innen für unser Team gewinnen können.“
Matthias Hellmair, MBA / Stationsleitung Interdisziplinäre Notaufnahme (iNA), LKH Feldkirch
„Eine qualitativ hochwertige Pflege beginnt bereits mit dem ersten Schritt ins Unternehmen. Gerade in einem anspruchsvollen Bereich wie der Notaufnahme ist es entscheidend, jungen Menschen von Anfang an Orientierung und Vertrauen zu vermitteln. Mit dem ausgezeichneten Onboarding-Konzept zeigt unser Team eindrucksvoll, wie innovative Praxisanleitung sowie professionelle Begleitung ineinandergreifen.
Besonders stolz macht mich, dass diese Initiative aus dem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstanden ist. Sie übernehmen damit nicht nur Verantwortung, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Sicherung unserer Pflegequalität und zur Gewinnung zukünftiger Fachkräfte. Die Auszeichnung ist eine verdiente Anerkennung für eine hervorragende Teamleistung“
Bernd Schelling, MSc MBA / Pflegedirektor LKH Feldkirch
„Unsere eigene Ausbildungszeit liegt noch nicht so lange zurück und wir können uns gut daran erinnern, wo die eine oder andere Hürde lag und wo im Lernalltag noch Feinjustierungen möglich wären. Diese Erfahrungen haben uns, die wir heute selbst als Praxisanleiterinnen tätig sind, motiviert, die Anleitungszeit weiterzuentwickeln. Unser Projekt ist mittlerweile gut in den Stationsalltag integriert und unterstützt die Auszubildenden dabei, ihr Wissen zu festigen und zu erweitern. Gleichzeitig ist es auch für uns ein wichtiges Instrument, um zu erkennen, wo die Kolleg:innen in Ausbildung gerade stehen. Die Arbeit im Simulationszimmer stärkt zudem die Eigenständigkeit und Sicherheit im Umgang mit Patient:innen.
Das Projekt wurde sehr gut angenommen, besonders die Realitätsnähe wird positiv hervorgehoben. Die Auszeichnung ist für uns eine schöne Bestätigung unserer Arbeit. Wir haben viel Wertschätzung erfahren – nicht nur bei der Preisverleihung, sondern auch innerhalb des Hauses, was uns besonders freut.“
Sarah Fisar, BSc und Laura Pfefferkorn, BSc / Neurologische Station 7, LKH Rankweil
„Ich bin unglaublich stolz auf Sarah und Laura und gratuliere ihnen von Herzen zu dieser verdienten Auszeichnung. Mit ‚Spot The Risk' haben sie aus ihrer täglichen Arbeit heraus eine innovative Lernmethode entwickelt, die unsere Auszubildenden dabei unterstützt, den klinischen Blick zu schärfen und Sicherheit im pflegerischen Handeln zu gewinnen. Dass die Idee direkt aus der Pflegepraxis entstanden ist, zeigt, mit wie viel Engagement und Kreativität unsere Mitarbeitenden die Ausbildung der nächsten Generation mitgestalten. Die Auszeichnung ist eine wunderbare Anerkennung ihrer Leistung und zugleich eine große Wertschätzung für die Ausbildungsarbeit am LKH Rankweil.
Von Herzen gratuliere ich auch Matthias Hellmair und seinem gesamten Team am LKH Feldkirch zum Sonderpreis. Dass gleich zwei unserer Häuser ausgezeichnet wurden, freut mich riesig, und ich danke euch für euren großartigen Einsatz. Menschen wie sie begeistern unsere zukünftige Kolleginnen und Kollegen für unseren Beruf, ermöglichen ihnen eine hochwertige Ausbildung und rüsten sie damit bestmöglich für ihre Zukunft in der Pflege. Es ist ein großes Geschenk, in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern so motivierte Mitarbeitende zu haben, die mit Leidenschaft Verantwortung übernehmen. Sie geben mir Zuversicht für die Zukunft der Pflege.“
Elke Kovatsch, MSc MBA / Pflegedirektorin LKH Rankweil
Fotos
©MATTHIAS RHOMBERG
©VLKH
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