Mit Weitblick zu noch präziseren Einblicken 04.02.2026
Neue Zentrale Endoskopie am LKH Feldkirch betriebsbereit
Fortschritte in Früherkennung, Diagnostik und Therapie – die Qualität der onkologischen Versorgung wächst stetig im Zusammenspiel von fachlicher Expertise, wissenschaftlichen Erkenntnissen und Hightech-Infrastruktur. Der heutige Weltkrebstag macht einmal mehr darauf aufmerksam. „Mit der Inbetriebnahme unserer neuen Zentralen Endoskopie am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch setzen wir einen weiteren Meilenstein im Land – diesmal im Bereich der gastroenterologischen Versorgung“, freut sich Prim. Priv.-Doz. Dr. Thomas Winder, PhD, Leiter der Abteilung Innere Medizin II (Onkologie, Hämatologie, Gastroenterologie & Infektiologie). Nach zweijähriger Bauzeit sind die Räumlichkeiten samt ihrem hochspezialisierten Innenleben nun betriebsbereit.
Die Endoskopie (Spiegelung von Organen) findet in mehreren medizinischen Bereichen Anwendung. Mit dieser Methode können bestimmte Tumore, Entzündungen, Blutungen und Funktionsstörungen unter anderem im Magen-Darm-Trakt schonend untersucht, erkannt und therapiert werden. Das Team der Inneren Medizin II führt rund 5.500 endoskopische Eingriffe pro Jahr durch. Zusätzlich wird die Zentrale Endoskopie am LKH Feldkirch auch von den Expert:innen der allgemeinchirurgischen Abteilung für spezielle prä- und postoperative Untersuchungen genutzt.
Fachkundiger Blick ins Innere
Spätestens ab der zweiten Lebenshälfte dürften Begriffe wie „Magen- und Darmspiegelung“ (Gastroskopie und Koloskopie) aufgrund der breiten Vorsorgeprogramme im niedergelassenen Bereich geläufig sein. Sie zählen zu den häufigsten endoskopischen Untersuchungen und gehören zu einem medizinischen Teilbereich der Endoskopie: der Gastroenterologie, die sich mit Erkrankungen der Verdauungsorgane befasst. Untersucht und behandelt werden neben Magen und Darm auch Leber und Galle sowie Gallengänge, Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse. Mithilfe eines biegsamen dünnen Schlauches, dem „Endoskop“, können die entsprechenden Strukturen im Inneren des menschlichen Körpers eingesehen werden. Dieser Schlauch verfügt über eine kleine Kamera samt Licht, je nach Bedarf ist er auch mit einer Ultraschallsonde ausgestattet: Endosonografisch – also mit Ultraschall – gesteuerte Gewebeentnahmen liefern eine besonders präzise Diagnostik bei Untersuchungen von Auffälligkeiten etwa im Magen oder in der Bauchspeicheldrüse.
„Unser hochauflösendes endoskopisches System ist KI-unterstützt, was dabei hilft, verändertes Gewebe noch besser zu entdecken“, erklärt Primar Dr. Winder. „Diese Highend-Instrumente kommen bei jenen Patientinnen und Patienten zum Einsatz, die entweder von Fach- bzw. Hausärzt:innen überwiesen worden sind, über die Notfallambulanz zu uns kommen oder bereits stationär im Krankenhaus behandelt werden.“ Endoskopische Eingriffe sind schmerzfrei, in den meisten Fällen werden sie während einer kurzen Sedierung durchgeführt.
Diagnostische und therapeutische Anwendung
Mittels Endoskopie kann sowohl diagnostisch als auch therapeutisch gearbeitet werden, das Team der Inneren II bietet ein umfassendes Spektrum an: Die Methode kommt unter anderem beim Veröden von Blutgefäßen und bei Biopsien zum Einsatz. Entnommene Gewebeproben wiederum können auf Anzeichen für eine Entzündung und auf mögliche Krebserkrankungen hin untersucht werden. „Interventionen zur Abklärung von Malignomen“ nennt der Experte die Untersuchung bei Verdacht auf bösartige Tumore: „Polypen und Vorstufen von Darmkrebs beispielsweise werden per Endoskopie rechtzeitig erkannt und können meist noch direkt bei der Untersuchung selbst entnommen werden.“ Einst noch offen durchgeführte Operationen können heute durch diesen minimalinvasiven Eingriff ersetzt werden, frühe Krebsstadien werden mit einem einmaligen endoskopischen Verfahren geheilt.“ Zum Leistungsportfolio der Abteilung zählen zudem endoskopische Entfernungen von Gallensteinen bei Gallengang-Verschlüssen (ERCP), die Abklärung von unklarem Blutverlust im Magen-Darm-Trakt und blutstillende Interventionen. Einen wichtigen Teil der Eingriffe umfassen außerdem Untersuchung von Lebererkrankungen (z.B. Hepatitis, Fettleber, Leberzirrhose) sowie diverse Spezialuntersuchungen im Verdauungstrakt inklusive des breiten Spektrums chronisch entzündlicher Darmerkrankungen.
„Endoskopie lebt von Interdisziplinarität“, unterstreicht Prim. Prof. Dr. Ingmar Königsrainer, Leiter der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, das breite fächerübergreifende Einsatzgebiet der neuen Räumlichkeiten. „Die Endoskopie ist ein wesentlicher Bestandteil der chirurgisch-fachärztlichen Weiterbildung. Die chirurgische Beurteilung von Krankheitsbildern sowie das gemeinsame interventionelle Behandlungs- und Komplikationsmanagement mit der Gastroenterologie sind zentral für eine optimale Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.“
Vorteile durch räumliche Neuorganisation
Dieser Interdisziplinarität tragen die neuen Räumlichkeiten Rechnung. Die Zentrale Endoskopie im LKH Feldkirch verfügt künftig über drei fachliche Schwerpunkträume. Diese sind alle „röntgensicher“ ausgestattet, sodass auch unmittelbar eine Durchleuchtung stattfinden kann. Ein Raum verfügt zudem über einen eigenen Anästhesiearbeitsplatz für hochspezialisierte Eingriffe in Narkose: „In ihrem gut abgestimmten Verbund bringen diese Räumlichkeiten im Behandlungsalltag und in der Organisation große Erleichterungen – und zwar für Patient:innen und Mitarbeiter:innen gleichermaßen“, betont Primar Dr. Thomas Winder und OA Dr. Lukas Fend (Bereichsleitender Oberarzt Innere Medizin II) ergänzt: „In den vergangenen Jahren kam es zu einer deutlichen Erweiterung unserer therapeutischen Möglichkeiten. Bei endosonografisch-radiologisch kombinierten Verfahren entsteht ein erhöhter Platzbedarf. Komplexe Eingriffe bei kritisch kranken Patientinnen und Patienten werden zunehmend in Zusammenarbeit mit unserer Anästhesie durchgeführt. Dafür ist der neue große Interventionsraum ideal.“
„Erfreulicherweise wird mit der Integration der Ambulanzräumlichkeiten in die Endoskopie der gesamte gastroenterologische Schwerpunkt auf einer Ebene zusammengeführt“, führt OA Dr. Paul-Gerhard Peters (Geschäftsführender Oberarzt & Standortleiter Gastroenterologie) weiter aus. „Dadurch ergeben sich nicht nur für unsere Patient:innen und pflegerischen Mitarbeiter:innen kürzere Wege, es ermöglicht auch im Ausbildungsbereich den Vorteil einer integrierten zeitgemäßen Schwerpunktausbildung am Standort Feldkirch. Damit bleibt die Gastroenterologie als übergreifender Fachbereich im Land Vorarlberg weiterhin attraktiv und zukunftsorientiert.“
Alles in allem ermöglichen die optimierten Strukturen und die modernen Technologien noch präzisere Diagnosen, bessere Abläufe und schonendere Eingriffe. Die neue Zentralle Endoskopie am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch ist eine Investition in Früherkennung und Versorgung, die auch neue Maßstäbe in der Krebsbehandlung setzt.
Fact Box - Zentrale Endoskopie am LKH Feldkirch
Nutzfläche: 770 m2
Architektur: Marte.Marte Architekten ZT GmbH
Baumanagement & Tragwerksplanung: gbd - constructive thinking
Errichtungskosten netto: 10,15 Mio. Euro
Bauzeit: Jänner 2024 – Dezember 2025 / Inbetriebnahme: Anfang 2026
Statements:
„Mit der Zentralen Endoskopie am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch investieren wir gezielt in moderne, patientenorientierte Hightech-Medizin. Sie vereint innovative Technologie mit der hohen fachlichen Expertise unserer Teams – zum Nutzen der Patient:innen. Die frühe und präzise Erkennung von Erkrankungen verbessert die Heilungschancen deutlich und ermöglicht Behandlungen, die für die Patientinnen und Patienten so schonend wie möglich sind. Dieses Projekt steht beispielhaft für unseren Anspruch, Spitzenmedizin im Land weiter auszubauen und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter:innen zu attraktiveren.“
Martina Rüscher, MBA MSc / Gesundheitslandesrätin
„Nur im Zusammenwirken von Fachkompetenz und zeitgemäßer medizinischer Infrastruktur lässt sich ein dauerhaft hohes Versorgungsniveau sicherstellen. Zielgerichtete Investitionen sind ein zentraler Hebel, um präzise Diagnosen, individuelle therapeutische Entscheidungen und schonende Behandlungsverfahren nachhaltig zu ermöglichen. Mit der neuen Zentralen Endoskopie am LKH Feldkirch wurde die medizinische Leistungsfähigkeit gezielt dort weiterentwickelt, wo sie für unsere Patientinnen und Patienten den größten Nutzen entfaltet und zugleich ein professionelles, modernes Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt.“
Dir. Dr. Gerald Fleisch & Dir. Priv.-Doz. Dr. Peter Fraunberger / Geschäftsführer VLKH
WEITERE NEWS finden sie hier: www.landeskrankenhaus.at/news