Ab 1. Juli neue Ambulanzzeiten am LKH Hohenems 18.05.2026
Die Ambulanzöffnungszeiten am Landeskrankenhaus Hohenems werden mit 1. Juli 2026 angepasst. Die Ambulanzen sind dann täglich (Montag bis Sonntag) von 7:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Ab 21:00 Uhr bleiben die Ambulanzen geschlossen. Selbstzuweiser:innen werden nachts in den Ambulanzen in den Landeskrankenhäusern Bregenz und Feldkirch sowie im Krankenhaus Dornbirn versorgt. Rettungsorganisationen steuern – wie bereits heute – je nach Behandlungsbedarf und verfügbarer Expertise direkt das jeweils geeignete Spital an.
Als Grund für diese Maßnahme nennt Dir. Dr. Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Landeskrankenhäuser, die geringe nächtliche Auslastung der Ambulanzen im LKH Hohenems bei gleichzeitig erheblichem personellem Aufwand für deren Aufrechterhaltung. So hat die Auswertung der Ambulanzfrequenzen im Zuge der Spitalsplanung 2030 gezeigt, dass zwischen 21:00 und 7:00 Uhr durchschnittlich 6,6 Patient:innen behandelt werden. Davon sind zwei Drittel Selbstzuweiser:innen, ein Drittel wird mit der Rettung eingeliefert. Bei 1,25 Patient:innen ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
„Die umliegenden Krankenhäuser in Bregenz, Feldkirch und Dornbirn können die wenigen zusätzlichen Patient:innen aus Hohenems mit ihren bestehenden Kapazitäten und Strukturen zuverlässig mitversorgen“, erklärt Fleisch. „Angesichts des hohen Kostendrucks im Gesundheitswesen sowie des zunehmenden Fachkräftemangels haben wir daher die Entscheidung getroffen, den nächtlichen Ambulanzbetrieb nicht länger fortzuführen.“
Im Notfall versorgt
Wichtig zu betonen ist dem VLKH-Geschäftsführer, dass im LKH Hohenems – unabhängig vom regulären Ambulanzbetrieb – nach wie vor eine Notfallstruktur bereitsteht: „Wir brauchen diese sowohl für Notfälle im Spital, beispielsweise wenn eine Patientin nachts stürzt, als auch für externe Notfälle.“ Die Portierloge bleibt rund um die Uhr besetzt, sodass bei einem eintreffenden ernstzunehmenden Notfall umgehend Unterstützung angefordert und die innerklinische Notfallversorgung eingeleitet werden kann: In weiterer Folge übernimmt das Notfallteam die Stabilisierung und Erstversorgung. Anschließend wird der/die Patient:in mit der Rettung in ein geeignetes Haus zur weiteren Behandlung und gegebenenfalls stationären Aufnahme gebracht, Kinder beispielsweise in ein Spital mit Pädiatrie. Wer nachts nach einem Sturz mit Verdacht auf einen gebrochenen Arm das LKH Hohenems aufsucht, wird an die Krankenhäuser in Bregenz oder Dornbirn weitergeleitet.
1450 als Orientierungshilfe
Die Bevölkerung im Einzugsgebiet des LKH Hohenems wird in den kommenden Wochen umfassend über die neue Ambulanzsituation informiert. „Ziel ist es, durch Aufklärung, verstärkte Bewusstseinsbildung und Patientenlenkung sicherzustellen, dass nach der Umstellung ab 1. Juli möglichst wenige Menschen in den Nachtstunden das Hohenemser Spital aufsuchen und sich bei Bedarf direkt an die anderen Krankenhäuser wenden“, so Fleisch. Eine wichtige Rolle soll dabei die telefonische Gesundheitsberatung 1450 übernehmen. Als erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Beschwerden können die dort tätigen Gesundheitsexpert:innen die Situation in der Regel gut einschätzen und beurteilen, ob es erforderlich ist, ein Spital aufzusuchen. „Im Notfall gilt natürlich immer: sofort 144 wählen. Die Rettung ist im Ernstfall schnell vor Ort und kann sofort helfen.“
LKH Hohenems: zentraler Pfeiler der Spitalsversorgung
Mit den beteiligten Teams im LKH Hohenems wurden die geänderten Ambulanzzeiten bereits besprochen. Die Leitungen der anderen Akutspitäler sind ebenfalls informiert und haben die Aufnahme der zusätzlichen Patient:innen zugesichert. „Klar ist: Das LKH Hohenems ist und bleibt ein zentraler Pfeiler der Spitalsversorgung in Vorarlberg“, unterstreicht Gerald Fleisch. Das Haus sei mit seinen allgemeinen Grundversorgungsleistungen sowie spezialisierten Angeboten breit aufgestellt und gut für die Zukunft gerüstet – fachlich wie strategisch. „Durch die nächtliche Ambulanzschließung ist der Standort etwas weniger akut ausgerichtet, am Leistungsspektrum ändert sich allerdings nichts – weder z. B. in der Intensivmedizin, der Inneren Medizin oder in der Pulmologie.“ Zusätzlich gestärkt wird das LKH Hohenems durch die im Rahmen des Spitalscampus vorgesehene Verlegung der Dermatologie vom Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch.
Für den Geschäftsführer ist die nunmehr gesetzte Maßnahme wichtig und richtig: „Als Krankenhausträger ist es unsere Kernaufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass den Menschen in Vorarlberg auch in Zukunft eine zuverlässige Spitalsversorgung zur Verfügung steht. Mit diesem Schritt entwickeln wir die Versorgungsstruktur bedarfsgerecht weiter.“
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