Moderne Räumlichkeiten für intensive Anforderungen 21.01.2026
Generalsanierte Interdisziplinäre Intensivstation am LKH Feldkirch neu eröffnet
Gestaltet für Spitzenmedizin, getragen von Wissen, Erfahrung und Empathie: Die Intensivstation am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch ist nach 25 zuverlässigen Dienstjahren in ihren Strukturen, ihrer technischen Ausstattung und Funktionalität auf den modernsten medizinischen und pflegerischen Stand gehoben worden. „Die Generalsanierung bei laufendem Betrieb war vor allem durch das Engagement und die Flexibilität der Mitarbeiter:innen so reibungslos umsetzbar“, weiß OA Dr. Wolfgang List, Geschäftsführenden Oberarzt der Intensivstation, den Einsatz des Teams in den vergangenen 15 Monaten zu schätzen. Immerhin werden auf einer Intensivstation schwer erkrankte und verunfallte Menschen täglich 24 Stunden durchgehend behandelt und betreut. „Der Einsatz hat sich gelohnt“, bekräftig DGKP Marcel Walter im Namen der Stationsleitung für Intensivpflege am LKH Feldkirch: „Die neue Intensivstation bringt sowohl für Patient:innen als auch für Mitarbeiter:innen und Angehörige bedeutende Vorteile.“
Die generalsanierte Station der Abteilung für „Anästhesie und Intensivmedizin“ besteht aus drei Doppel- und acht Einzelzimmer für Patient:innen, davon zwei „Isolierräume“. Letztere sind jeweils mit einem speziellen Über- und Unterdruck-Schleusensystem ausgestattet. Vergrößerte und neu strukturierte Räumlichkeiten mit technisch ausgefeilten Funktionen unterstützen den Genesungsprozess und das Zusammenwirken aller Beteiligten.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist lebenswichtig
Auf der Interdisziplinären Intensivstation am LKH Feldkirch werden pro Jahr rund 1.000 Intensivpatient:innen behandelt. Dabei kommt in etwa die Hälfte der Patient:innen direkt nach einem lebensbedrohlichen Ereignis über die Ambulanzen und den Schockraum auf die Intensivstation. Die andere Hälfte sind Patient:innen, die von diversen Stationen im Spitalsverbund der Landeskrankenhäuser verlegt werden. Entweder weil sie eine große OP hinter sich haben oder aufgrund ihres akuten Gesundheitszustandes spezielle Intensivbetreuung benötigen.
Eine enge interprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit ist dafür Grundvoraussetzung. So ist beispielsweise auch das medizinische Leitungsteam abteilungsübergreifend und besteht aktuell aus drei Ärzt:innen der „Anästhesie und Intensivmedizin“ und zwei Ärzt:innen der „Inneren Medizin“. Monatliche Notfalltrainings sind für alle Mitarbeitenden in diesem Bereich verpflichtend. Seit über 20 Jahren ermöglicht das hauseigene Simulationszentrum „SANIF“ interdisziplinäre, interprofessionelle, medizinisch-technische und kommunikative Trainings.
Hightech trifft auf zutiefst Menschliches
Die Intensivstation am LKH Feldkirch ist für jene Patient:innen vorgesehen, deren lebenswichtige Organfunktionen engmaschig überwacht und/oder teilweise von Maschinen übernommen werden müssen. Aufgabe der Mediziner:innen und Pflegefachkräfte ist es, die Vitalfunktionen der Patient:innen aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen. „Auch wenn unsere Patientinnen und Patienten schwer verletzt oder erkrankt sind, überstehen die meisten diese Intensivtherapie und können wieder auf andere Stationen verlegt werden“, erklärt OA Dr. Wolfgang List. „Entgegen der gängigen Annahme, kommt man hier tatsächlich in den allermeisten Fällen lebend wieder raus“, reagiert er mit ein bisschen Augenzwinkern auf die häufig gestellte Frage nach der Sterblichkeitsrate: „Diese liegt konstant zwischen elf und 14 Prozent.“
Auch die Vorstellung, dass sich alle Patient:innen auf einer Intensivstation im dauernden Tiefschlaf befinden, entspricht längst nicht mehr der Realität: „Natürlich kommt auch das phasenweise vor. Aber das ist nicht mehr die Regel“, bestätigt DGKP Marcel Walter. „Viele müssen nicht einmal durchgehend liegen, können beispielsweise sitzend ihre Zeitung lesen. Unsere Patientinnen und Patienten haben auf unserer neuen Station nun alle einen eigenen Fernseher und Multimediawände, auf denen sie Bilder und Sprachnachrichten von ihren Lieben einspielen können, wenn sie das mögen“, verweist er auf die praktischen Seiten der technischen Neuerungen, die auf diese Art ein aktives Teilnehmen am Privatleben ermöglichen. Pflege und medizinische Behandlung intensivpflichtiger Menschen haben sich in diesem Bereich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Was immer bleiben wird, ist ein professionelles Zusammenspiel von Hightech, Expertise und zutiefst menschlichen Aspekten.
Ungestörter Tag-Nacht-Rhythmus
Die umgebauten, hellen und flächenmäßig vergrößerten sowie technisch adaptierten Patientenzimmer tragen den aktuellen intensivmedizinischen Standards Rechnung: Sie ermöglichen zum Beispiel einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus – ein wichtiger Faktor im Genesungsprozess von Patient:innen auf einer Intensivstation: „Gerade bei Delir, also bei Verwirrtheitszuständen, die so gut wie jeder und jede Schwerkranke zwangsläufig in einer gewissen Form durchmacht, spielt der Tag-Nacht-Rhythmus eine wichtige Rolle und kann viel bewirken“, wissen die beiden Experten aus Erfahrung: „Die Lichtsteuerung auf der neuen Intensivstation ist dahingehend adaptiert, dass die Patientinnen und Patienten die für sie angenehmste Lichtstärke und -temperatur wählen können und auch in der Nacht möglichst wenig gestört werden. Derartige Feinheiten haben eine große Wirkung. Delir bedeutet immer Stress für den Körper, und jede Störung des natürlichen Rhythmus ist eine zusätzliche Belastung.“
Dazu kommt: Gerade für schwerkranke Patient:innen ist oftmals die Einnahme mehrerer Medikamente unumgänglich. Schmerz- und Beruhigungsmittel wiederum können die Wahrnehmung und das Verhalten vorübergehend beeinträchtigen, das Verarbeiten von Eindrücken kann in dieser Situation für die Betroffenen eingeschränkt und damit auch besonders anstrengend sein. Umso wichtiger sind möglichst ungestörte Ruhephasen:
Trennscheiben auf Knopfdruck
Die Abschirmung der einzelnen Kojen ist nun – ganz neu – durch spezielle Trennfenster mit einem Klick möglich: Per Knopfdruck wird aus Sicht- blitzschnell blickdichtes Milchglas und umgekehrt. Dadurch haben zum einen die Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, bei Bedarf gleichzeitig zwei Patient:innen im Blick zu halten, ohne dafür erst eine Verbindungstüre öffnen zu müssen: „Wenn ich also gerade Patient 1 betreue, dann lasse ich meinen Patient 2 nebenan nie ganz allein und habe durch das große Fenster immer ein Auge auf beide“, erklärt Marcel Walter die entsprechende Situation aus dem Pflegealltag. Auf der anderen Seite kann die Privatsphäre der einzelnen Patient:innen noch besser gewahrt werden: Besuche etwa von Angehörigen sehen die jeweiligen Zimmernachbarn durch das aktivierte Milchglas nicht.
Und wenn in einem Zimmer aus medizinischen und pflegerischen Gründen in der Nacht mit sehr hellem Licht gearbeitet werden muss – etwa, weil gerade ein:e neue:r Patient:in ankommt – dann kann die/der Patient:in nebenan durch zusätzliche, komplett verdunkelnde Jalousien abgeschirmt werden. Dadurch wird wiederum besagter Tag-Nacht-Rhythmus nicht gestört, die Gefahr der Verstärkung eines Delirs wird minimiert. Denn auch wenn sich Patient:innen gerade im Tiefschlaf befinden, bedeutet das nicht, dass sie nichts wahrnehmen können. „Das alles sind also sehr wichtige Adaptionen, die messbare positive Auswirkungen auf den Genesungsprozess haben“, betont OA Dr. List. Dazu zählen auch modernisierte Temperatur- und Lüftungssteuerungen.
Geschützter Raum in Ausnahmesituationen
Nicht nur für die Patient:innen, sondern auch für Mitarbeiter:innen und besuchende Angehörige hat die Generalsanierung Verbesserungen und deutliche Vorteile gebracht: unter anderem erleichtern zusätzliche Umkleide- und vergrößerte Aufenthaltsräume die Arbeit „hinter den Kulissen“.
Zudem ist ein eigener Rückzugsraum für ungestörte Gespräche mit Angehörigen in Ausnahme- und Extremsituationen eingerichtet: „Es finden hier Gespräche mit Familien statt, die sich meist im Schockzustand befinden, mit Menschen, die erst einmal ankommen müssen in einer meist plötzlichen und unvorhersehbaren Situation, die emotional sehr aufwühlend ist.“ Es soll ein geschützter Raum sein, in dem sich die Angehörigen ungestört Zeit nehmen können, erst einmal alles zu verdauen und in dieser ersten Phase für eine Weile auch unter sich sein dürfen, wenn sie das wollen.
„Generell haben Angehörigenarbeit und psychologische Begleitung auf der Intensivstation in den vergangenen Jahren einen immer größeren Stellenwert erfahren“, schließen DGKP Marcel Walter und OA Dr. Wolfgang List. Umso wichtiger ist auch in diesem Bereich die multiprofessionelle Zusammenarbeit mit den dafür spezialisierten Kolleg:innen geworden.
Fact Box - Generalsanierte Intensivstation am LKH Feldkirch
Nutzfläche: 770 m2
Planung: Marte.Marte Architekten
Projektleitung: Amt der Vorarlberger Landesregierung / Abt. Hochbau und Gebäudewirtschaft, Feldkirch
Kosten: Errichtungskosten netto: 7,84 Mio. Euro
Bauzeit: Oktober 2024 bis Dezember 2025 / Inbetriebnahme Ende Jänner 2026
Statements:
„Die Intensivstation des LKH Feldkirch ist im Laufe der vergangenen 25 Jahre in allen Bereichen gewachsen – und mit ihr der interdisziplinäre Versorgungsauftrag, der auch die Zusammenarbeit über die Abteilungen hinweg professionell gestärkt hat. Durch die Generalsanierung ist ein modernisierter, zukunftsfähiger und schöner Rahmen dafür geschaffen worden. Bei all der fachlichen und technischen Weiterentwicklung hat sich diese Station aber eines stets bewahrt: Sie ist zutiefst menschlich geblieben. Und das ist eine der ganz großen Stärken unserer Intensivstation. Eine besondere Bedeutung kommt hier vor allem auch den Pflegekräften zu, die unsere Patientinnen und Patienten in ihrer Gesamtheit wahrnehmen und ihnen Kontinuität und Verlässlichkeit bieten. Und das ist gerade auf einer Intensivstation etwas sehr Wertvolles.“
Prim. Univ.-Doz. Dr. Reinhard Germann / Primar „Anästhesie und Intensivmedizin“ LKH Feldkirch
„Die generalsanierte Intensivstation am LKH Feldkirch ist weit mehr als ein Bauprojekt – sie steht für unseren konsequenten Weg, die Spitalsstrukturen in Vorarlberg zukunftsfit zu machen. Mit dieser Investition stärken wir die Spitzenmedizin durch moderne Infrastruktur und neueste Medizintechnik, sichern die bestmögliche Versorgung für die Bevölkerung und schaffen zugleich ein optimales Arbeitsumfeld für das engagierte Team.“
Martina Rüscher, MBA MSc / Gesundheitslandesrätin
„Die Intensivmedizin ist eine der schwierigsten Disziplinen der Medizin, bei der es häufig um existentielle Therapien und Überlegungen geht. Zur Behandlung von kritisch kranken Menschen sind neben höchstqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch die technischen und räumlichen Voraussetzungen essenziell für eine hochkompetente Betreuung. Wir freuen uns sehr, mit unserer generalsanierten Intensivstation diesen Bereich der Medizin auf höchstem technischem Niveau anbieten zu können.“
Dir. Dr. Gerald Fleisch & Dir. Priv.-Doz. Dr. Peter Fraunberger / Geschäftsführer VLKH
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