Erfolgreiche Rezertifizierungen im Bereich der Frauenheilkunde 18.03.2026
„Brustzentrum Vorarlberg“ und „Zentrum für gynäkologische Tumore“ erneut bestätigt
Die beiden Kompetenzzentren der Abteilung für „Frauenheilkunde und Geburtshilfe“ der LKH Feldkirch/Bludenz sind rezertifiziert worden: Das „Brustzentrum Vorarlberg“ und das „Zentrum für gynäkologische Tumore“ am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch haben die kommissionelle Überprüfung der dafür nötigen Qualitätsstandards einmal mehr erfolgreich bestanden: „Ich sehe das als offizielle Bestätigung unserer konsequenten Bemühungen um eine Betreuung unserer Patientinnen auf höchstem medizinischen Niveau“, spricht Primar DDr. Burghard Abendstein den Teams seiner eigenständig geführten Zentren seine Wertschätzung aus. „Seit unserer ersten Zertifizierung im Jahr 2010 bündeln wir in dieser Form erfolgreich unsere Kompetenzen in Vorarlberg“, erklärt die geschäftsführende Oberärztin Dr. Angelika Wolfrum, organisatorische Leiterin beider Zentren. „Eine Zertifizierung ist immer eine Auszeichnung für hohe Qualität.“
Sämtliche diagnostischen und therapeutischen Schritte – von der Abklärung bis zur Nachsorge – werden unter einem Dach angeboten. Im Jahr 2025 ist die Zahl der Erstvorstellungen allein an Brustkrebs-Patient:innen (ja, auch Männer sind betroffen) auf 187 gestiegen – ein Zuwachs um 26 Prozent im Vergleich zum Jahr davor.
Mehrere Fachbereiche wirken zusammen
Die Diagnose „bösartige Erkrankung“ ist für jede und jeden ein einschneidendes Erlebnis. Wie so oft gilt: Ein frühzeitiges Erkennen und eine optimale Behandlung können die Heilungschancen wesentlich verbessern.
Das interdisziplinäre Brustzentrum Vorarlberg bietet Beratung, Abklärung und Therapie von gut- und bösartigen Veränderungen der Brust. Von allen Krebserkrankungen zählt bei Frauen Brustkrebs zu den häufigsten: Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Männer vergleichsweise sind selten betroffen. Unabhängig vom Geschlecht ist immer eine Expertise mit Spezialisierung auf das Krankheitsbild entscheidend. „Im Brustzentrum Vorarlberg haben sich Spezialteams aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammengeschlossen, die sich mit der Früherkennung und Behandlung von Erkrankungen der Brust intensiv beschäftigen“, erklärt OÄ Dr. Wolfrum, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe: Das gynäkologische Team arbeitet Hand in Hand mit Kolleg:innen aus den Fachbereichen Radiologie, Nuklearmedizin, Plastische Chirurgie, Pathologie, Internistische Onkologie, Radioonkologie, Hämatoonkologie, Strahlentherapie, Psychoonkologie sowie dem fachspezifischen Pflegebereich („Breast Care Nurses“).
Eine Anlaufstelle: von Diagnostik über Behandlung bis Nachsorge
Unter dem Begriff „gynäkologische Tumore“ sind onkologische Erkrankungen bei Frauen wie Eierstockkrebs, Gebärmutterkörper- und Gebärmutterhalskrebs, Eileiter-, Schamlippen- und Scheidenkrebs zusammengefasst, „es geht also um Organe im gynäkologischen Bereich, in denen Zellen entarten können“, informiert Prim. DDr. Abendstein. „Gynäkologische Tumore werden meist durch Vorsorgeuntersuchungen erkannt.“ Rund 100 Patientinnen werden jährlich im Zentrum für gynäkologische Tumore am LKH Feldkirch behandelt. Die gute Nachricht: Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane sind gut behandelbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und entsprechend fachkundig behandelt werden.
Das Zentrum für gynäkologische Tumore Vorarlberg am LKH Feldkirch versteht sich als Anlaufstelle für alle Fragen zur Früherkennung, Diagnostik, Beratung, Behandlung und Nachsorge. Auch hier erfolgt die Erstellung der Therapiepläne interdisziplinär. Wöchentlich finden dazu abteilungsübergreifende Tumorboards statt, in denen maßgeschneiderte Behandlungen besprochen und unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse festgelegt werden. Darüber hinaus sind spezielle Diplompflegekräfte (etwa mit „Schmerzdiplom“) im Einsatz: „Gut ausgebildeten Pflegekräfte spielen eine wichtige Rolle, da auch sie die Patientinnen von Anfang an begleiten und in jeder einzelnen Phase im Krankenhaus unterstützen“, hält OÄ Dr. Angelika Wolfrum fest.
Hohe Qualität nach vorgegebenen Kriterien
Zertifizierte Gesundheitseinrichtungen wie das Brustzentrum und das Zentrum für gynäkologische Tumore können – ganz im Sinne des „Spitalscampus Vorarlberg“ – eine bestimmte Anzahl von Behandlungen nachweisen und verfügen über ein hochwertiges Qualitätsmanagement. Die Überprüfung der Behandlungsqualität erfolgt anhand festgelegter Kriterien. Geprüft wird in regelmäßigen Abständen durch die „Österreichische Zertifizierungskommission“, eine unabhängige Gruppe von Expert:innen. „Die Vorgaben müssen alle drei Jahre aufs Neue erfüllt sein, damit wir rezertifiziert werden“, erklärt die geschäftsführende Oberärztin. „Eine Vorgabe bezieht sich beispielsweise auf die Zahl der Fachabteilungen, mit denen wir zusammenarbeiten müssen. Aber auch ganz alltägliche Abläufe wie der zeitliche Rahmen, in dem ein Befund erstellt werden muss, werden bewertet.“
Der Zertifizierungsprozess ist durchaus aufwändig und erfordert eine standardisierte Dokumentation des Ablaufes – zum Beispiel beim individuellen Behandlungspfad für Abklärung und Therapie, die auch von jeder und jedem Mitarbeiter:in in der Abteilung einsehbar sein muss. „All diese internen Prozesse wurden von der Kommission von außen beobachtet und als seht gut beurteilt“, freut sich das Team über das neuerliche Siegel für hohe Behandlungsqualität. „Sehr stolz bin ich vor allem auch auf die sehr gute Zusammenarbeit im Team, die im Laufe der Zertifizierungsprozesse mehr und mehr an Qualität gewonnen hat. Wir sind dadurch gut zusammengewachsen“, betont OÄ Dr. Wolfrum.
Möglichkeit zur Studienteilnahme
Eine Zertifizierung setzt Weiterbildung in hohem Maße voraus, das Siegel ist ein zusätzlicher Ansporn, am jeweils aktuellen Stand der modernen Medizin zu sein: „Gerade im onkologischen Bereich erfahren wir einen Wissensumbruch alle drei Monate. Hier sind wir also auch unabhängig von einer Zertifizierung ständig gefordert und bilden uns regelmäßig weiter“, berichtet die Expertin, die soeben selbst von einer internationalen Weiterbildungsveranstaltung zurückgekehrt ist. Zurück im LKH Feldkirch werden in internen „Qualitätszirkeln“ jeweils relevante Neuerungen im Team besprochen.
Dazu zählen beispielsweise auch neue Medikamente. Zertifizierte Zentren ab einer bestimmten Größe haben nämlich die Möglichkeit, Behandlungen im Rahmen klinischer Studien anzubieten. Mit hohen „Fallzahlen“, sprich: einer bestimmten Anzahl an Patient:innen, die für eine Zertifizierung gegeben sein muss, steigt nicht nur der Erfahrungswert, sondern es öffnet sich auch der Zugang zu aktuellen Therapiemöglichkeiten – und das bis zu fünf Jahre vor der generellen Zulassung. Das kann gerade bei sich rasant entwickelnden Krebserkrankungen entscheidend sein und die Heilungschancen erhöhen: „Die Teilnahme an Studien darf man sich aber keinesfalls experimentell vorstellen“, stellt die Oberärztin klar: „Den Therapien gehen jeweils mehrere geprüfte Studienphasen voraus, was mit einer hohen Sicherheit für Patientinnen und Patienten einher geht.“
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