Neue Räume, vertraute Gesichter: Dialyse Rankweil feierlich eröffnet 15.09.2026
Rund 500 Menschen in Vorarlberg leben mit einer Nierenersatztherapie, mehr als 200 von ihnen sind auf eine regelmäßige Hämodialyse angewiesen. Diese wurde neben der Zentrumsdialyse in Feldkirch bisher in Bregenz und Nenzing angeboten. Nach einem umfassenden Umbau des ehemaligen Tschabrun-Gebäudes in Rankweil nimmt am 6. Oktober die neue Dialyse Rankweil als moderner, zentraler Standort mit 40 Behandlungsplätzen und unmittelbarer Nähe zum LKH Feldkirch den Betrieb auf. Die neue Einrichtung ist am 15. September feierlich eröffnet worden. Mit dabei: Vertreter:innen des Landes Vorarlberg, der Vorarlberger Landeskrankenhäuser, der ÖGK, der Gesundheit Vorarlberg GmbH als neu gegründeter Betreiberin, sowie der Selbsthilfe ‚Niere Vorarlberg‘, der das Projekt von Anfang an als wichtiger Partner begleitet hat.
Der neue Dialyse-Standort bündelt die bisherigen Dialyseeinrichtungen in Bregenz und Nenzing und stärkt damit die nephrologische Versorgung in Vorarlberg. Gleichzeitig ist die Dialyse Rankweil ein wichtiger Baustein des Spitalscampus Vorarlberg, mit dem die medizinischen Strukturen der Landeskrankenhäuser weiterentwickelt und Kompetenzen gezielt gebündelt werden. Mit 40 modern ausgestatteten Behandlungsplätzen verfügt die Dialyse Rankweil über mehr Kapazität als die beiden bisherigen extramuralen Standorte zusammen. In den hellen und großzügig gestalteten Räumlichkeiten werden die Patient:innen von den ihnen bereits vertrauten Pflege- und Ärzteteams betreut. „Mit der neuen Dialyse Rankweil schaffen wir ein modernes und zukunftsorientiertes Angebot für Menschen mit chronischer Nierenerkrankung. Durch die Bündelung der bisherigen Standorte in Bregenz und Nenzing an einem zentralen Standort und die unmittelbare Nähe zum LKH Feldkirch werden Kompetenzen gebündelt und die Qualität und Sicherheit der Versorgung weiter gestärkt. Gleichzeitig holen wir mit diesem Schritt eine lebensnotwendige Versorgung zurück in öffentliche Verantwortung und stellen damit sicher, dass sie langfristig verlässlich und unabhängig von privaten Anbietern gewährleistet werden kann. Mein besonderer Dank gilt der ÖGK für die gute und konstruktive Zusammenarbeit bei der Umsetzung dieses gemeinsamen Projekts“, betonte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, MSc MBA, bei der Eröffnung.
Gemeinsam einheitliche Standards entwickelt
Durch ihre zentrale Lage ist die Dialyse Rankweil aus allen Regionen Vorarlbergs gut erreichbar und ermöglicht in direkter Nachbarschaft zum Dialysezentrum des LKH Feldkirch bei Bedarf eine rasche weiterführende medizinische Behandlung. Neben der ruhigen Atmosphäre und modernen Ausstattung trägt insbesondere die individuelle Betreuung durch das interdisziplinäre Team bei. In den vergangenen sechs Monaten haben sich die beiden Teams aus Bregenz und Nenzing in monatlichen Workshops gezielt auf die gemeinsame Zusammenarbeit vorbereitet. „Wir haben hochqualifizierte und sehr erfahrene Mitarbeitende aus Bregenz und Nenzing übernommen“, sagt DGKP Kornilia Toramanidou, Stationsleiterin der Dialyse Rankweil. „Gleichzeitig bringt die neue Dialyse auch neue technische Anforderungen mit sich. Deshalb war es uns wichtig, dem Team bereits im Vorfeld die Möglichkeit zu geben, sich intensiv mit den neuen Geräten und Systemen vertraut zu machen. Die notwendigen Schulungen und Umstellungen wurden von den Mitarbeitenden sehr engagiert angenommen und hervorragend gemeistert. Der Wunsch nach einheitlichen Standards war dabei von Anfang an groß.“
„Was wirklich wichtig ist, sind die Menschen“
In Workshops ebenso wie in Einzelgesprächen ging es darüber hinaus auch um ganz praktische Themen wie die Anfahrtswege, die Dienstplanung und künftige Zusammenarbeit im Team. „Vor allem aber ging es darum, einander kennenzulernen. Denn am Ende können wir noch so moderne Räume und Technik haben – was wirklich wichtig ist, sind die Menschen, die hier gemeinsam arbeiten und unsere Patientinnen und Patienten betreuen“, betont Kornilia Toramanidou. Ihr Ziel war und ist es, aus den beiden bisherigen Standorten ein gemeinsames Team mit klaren Standards, hoher fachlicher Qualität und einer Kultur zu formen, in der sich sowohl Patient:innen als auch Mitarbeitende gut aufgehoben fühlen.
Moderne, leistungsfähige Versorgung
„Die neue Dialyse Rankweil ist ein starkes Zeichen für eine moderne und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung in Vorarlberg. Als ÖGK ist es uns wichtig, gemeinsam mit unseren Partnern die Versorgung dort weiterzuentwickeln, wo sie gebraucht wird und vorhandene Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Mit diesem Projekt ist uns das gemeinsam sehr gut gelungen“, hebt Mag. Franz Beck, Landesstellenausschussvorsitzender der ÖGK in Vorarlberg, hervor. Und Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft betont: „Mit der Dialyse Rankweil investieren wir in eine moderne, leistungsfähige Versorgung, die den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten langfristig gerecht wird. Gleichzeitig schaffen wir optimale Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeitenden und die interdisziplinäre Zusammenarbeit“.
Für Primar Priv.-Doz. Dr. Emanuel Zitt, Leiter der Abteilung für Innere Medizin III (Nephrologie, Dialyse und Hypertensiologie) am LKH Feldkirch und Ärztlicher Leiter der Dialyse Rankweil, ist die Eröffnung ein wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der nephrologischen Versorgung in Vorarlberg: „Die Zusammenführung der Standorte ermöglicht es uns, unsere medizinische und pflegerische Kompetenz noch gezielter zu bündeln und die wertvollen, aber knappen Personalressourcen optimal einzusetzen. Davon profitieren vor allem unsere Patientinnen und Patienten – durch moderne Infrastruktur, hoch qualifiziertes, engagiertes Personal und die enge Anbindung an das LKH Feldkirch.“
Mag. (FH) Alexander Jussel, Projektleiter der Dialyse Rankweil, sieht eine hohe Versorgungsqualität gewährleistet: „Mit der Eröffnung der Dialyse Rankweil realisieren wir ein österreichweit einzigartiges Leuchtturmprojekt. Wir haben die Teams und die Expertise aus den bisherigen Standorten in Bregenz und Nenzing zusammengeführt und gemeinsam einheitliche Qualitätsstandards geschaffen. Die modern ausgestatteten Räumlichkeiten sorgen für eine angenehme Atmosphäre – für die Patientinnen und Patienten wie für die Mitarbeitenden. Möglich war die erfolgreiche Realisierung der Dialyse Rankweil durch die hochmotivierte, gute Zusammenarbeit im Kernteam der KHBG sowie mit dem Land Vorarlberg, den Sozialversicherungsträgern und dem Verein Niere Vorarlberg.“
Die Dialyse Rankweil wird von der neu gegründeten Gesundheit Vorarlberg GmbH betrieben, einer Kooperation des Landes Vorarlberg, der Österreichischen Gesundheitskasse und der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft. Die neue Gesellschaft hat ihre Räumlichkeiten im selben Gebäude, genauso wie das Vorarlberger Gesundheits- und Präventionszentrum.
Statement Michaela Fasching, MSC, MBA / Strategisches Baumanagement, Technik und Instandhaltung der VLKH
„Die ‚Dialyse Rankweil‘ war ein anspruchsvolles Projekt und genau deshalb ist die Eröffnung nun ein besonderer Erfolg. Gemeinsam ist es uns gelungen, komplexe bauliche und organisatorische Rahmenbedingungen in eine funktionierende Lösung zu verwandeln.
Ich bin stolz auf das gesamte Team, allen voran auf DI Oliver Reis als Projektleiter, sowie auf unsere Planungspartner und ausführenden Firmen. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll: Wenn alle an einem Strang ziehen, wird auch aus einer großen Herausforderung eine erfolgreiche Lösung.“
Fact Box - Dialyse Rankweil
Nutzfläche: 2.260m² (insgesamt: mit Impf- & Präventionszentrum und Krisenlager)
Errichtungskosten: € 11.000.000 (exkl. MwSt.)
Bauherr & Projektabwicklung: Vorarlberger Landeskrankenhäuser / KHBG
Architekt / Generalplaner: Marte.Marte Architekten ZT GmbH
Baumanagement / Örtliche Bauaufsicht: gbd ZT GmbH
Elektro- und Haustechnikplanung: shp stiefmüller Hohenauer & Partner GmbH
Baubeginn: Juli 2025
Eröffnung: September 2026