Bienen- und Wespenstiche: von harmlos bis gefährlich 12.08.2026
Für die meisten Menschen ist der Stich einer Wespe oder Biene zwar unangenehm, aber harmlos. Die Schmerzen verschwinden meist nach kurzer Zeit, spätestens nach drei Tagen sollten sie ganz ausklingen und Schwellungen merklich zurückgegangen sein. Wenn sich die Symptome nach diesem Zeitraum nicht verbessert haben, sollte eine Arztpraxis aufgesucht werden. Zum direkten Weg ins Krankenhaus rät Oberärztin Dr. Michaela Ranta von der Allergieambulanz der HNO-Abteilung am LKH Feldkirch all jenen, die in den Mund-, Rachen- oder Halsbereich gestochen werden: „Dann ist Eile geboten, durch die Schwellung kann die Atmung erschwert werden oder völlig zum Erliegen kommen. In so einem Fall muss umgehend ärztliche Hilfe organisiert werden. Gefährlich sind Wespenstiche zudem für Menschen, die auf Bienen- oder Wespengift allergisch reagieren.“
Abgesehen von den akuten Behandlungen nach einem Stich, werden pro Jahr allein 30 Patient:innen wegen vermuteter Bienen- beziehungsweise Wespengiftallergie in der Allergieambulanz am LKH Feldkirch getestet.
Juckreiz, Hautausschlag, Schwindel, Schock
Wer gestochen wird, kann als Erstbehandlung mit einigen Sofortmaßnahmen Linderung verschaffen, erklärt OÄ Dr. Ranta: „Dazu gehört, dass die Einstichstelle zunächst gründlich desinfiziert wird, sofortiges und kontinuierliches Kühlen wirkt einer übermäßigen Schwellung entgegen. Gegen den lästigen Juckreiz helfen spezielle Salben aus der Apotheke.“
Für Menschen, die auf das Bienen- oder Wespengift allergisch reagieren, kann ein einzelner Stich lebensbedrohlich werden. Eine Allergie äußert sich nach einem Stich unter anderem in Form von Hautausschlägen, Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot und/oder einer starken Schwellung der Einstichstelle. In diesem Fall muss sofort ein:e Ärzt:in aufgesucht werden. Der schlimmste Fall für eine:n Allergiker:in ist der anaphylaktische Schock. Dieser kündigt sich durch Symptome wie Kribbeln und Brennen in Mund- und Rachenbereich, Herzrasen, Blutdruckabfall, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit an. Der Schockzustand führt im schlimmsten Fall zum Atem- und Kreislaufstillstand. Menschen, die gegen Bienen- und/oder Wespenstiche allergisch sind, sollten deswegen immer ein Notfallset mit speziellen Medikamenten bei sich führen.
Notfallset bei Allergien
Bei einer Allergie gegen Bienen- bzw. Wespengift ist ein Adrenalin-Autoinjektor lebensrettend. „Mit diesem Pen kann man sich selbst Adrenalin in den Oberschenkelmuskel spritzen, um so einem Kreislaufstillstand durch den anaphylaktischen Schock entgegenzuwirken“, erklärt die Expertin. „Wer einen Adrenalin-Pen anwenden musste, sollte danach in jedem Fall eine:n Ärzt:in aufsuchen, da es auch noch nach Abklingen der Adrenalinwirkung zu Spätreaktionen kommen kann.“ Der Adrenalin-Autoinjektor wird Patient:innen mit Bienen- bzw. Wespengift-Allergie ärztlich verordnet und sollte von den Betroffenen stets mitgeführt werden. Bei Kindern, die eine Bienen- oder Wespengift-Allergie haben, werden im Idealfall neben den Erziehungsberechtigten auch Betreuungspersonen wie Lehrpersonal und (Sport-)Pädagog:innen in die Anwendung eingewiesen.
Am besten ist es natürlich, wenn man gar nicht erst gestochen wird. Zur Vorbeugung ist es ratsam, alles zu vermeiden, was Wespen und Bienen anlockt und/oder aggressiv macht: „Also möglichst nicht nach ihnen schlagen oder sie anpusten. Mund und Finger nach dem Essen waschen – gerade bei Kindern bitte darauf achten. Entfernen Sie Fallobst, da es Wespen anzieht“, weiß OÄ Dr. Michaela Ranta aus leidvollen Erfahrungsberichten ihrer Patiennt:innen: „Parfüm, bunte Kleidung und Cremes können ebenfalls Wespen anlocken. Getränke bitte nicht direkt aus der Flasche konsumieren: Oft fliegen Wespen in offene Flaschen und es kommt beim Trinken zu Stichen in der Mundhöhle oder im Rachenraum. Dasselbe gilt für Gläser und Getränkedosen. Daher diese ebenfalls abdecken, damit keine Insekten hineinfliegen. Auch Lebensmittel beim Verzehr im Freien schützen und nach der Mahlzeit die Reste rasch wegräumen.“ Und: Wespen verteidigen ihr Nest. Sicher ist, wer genügend Abstand – nämlich mindestens drei Meter – einhält und die summenden Sommerbegleiter von der Ferne aus beobachtet.
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Symbolbild:
Bienen- und Wespenstiche: von harmlos bis gefährlich;
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