50. ECMO: Herz-Lungen-Maschine in Vorarlberg voll etabliert 10.03.2026
Hochspezialisierte Notfalltherapie eröffnet neue Überlebenschancen
Anfang 2022 ist mit der Therapie der „Extrakorporalen Membranoxygenierung“, kurz ECMO, das intensiv- und notfallmedizinische Angebot in Vorarlberg entscheidend erweitert worden (Link: Herzlungenmaschine seit über einem Jahr im Einsatz): Die hochspezialisierte Herz-Lungen-Maschine kann die Funktion der Lunge sowie auch die komplette Herz-Lungenfunktion von Patient:innen in bestimmten lebensbedrohlichen Situationen für einen begrenzten Zeitraum unterstützen bzw. ganz ersetzen. Kürzlich verzeichnete das ECMO-Team am Schwerpunktkrankenhaus Feldkirch die 50. Implantation. Damit ist diese Highend-Notfalltherapie endgültig in Vorarlberg angekommen.
Primäre medizinischen Gründe für einen ECMO-Einsatz sind schwerste Formen von Herz- und/oder Lungenversagen, bei denen konventionelle intensivmedizinische Maßnahmen ausgeschöpft sind und nicht mehr ausreichen, um die Organfunktion aufrechtzuerhalten. „In diesen Situationen kann durch die ECMO kostbare Zeit gewonnen werden, damit sich Herz und Lunge erholen können – oft ist sie die letzte verbleibende Therapieoption“, erklärt OA Dr. Harald Rinösl, der Leiter des ECMO-Teams in Feldkirch.
Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr
Neben dem Einsatz auf der Intensivstation der Abteilung „Anästhesie und Intensivmedizin“ unter der Leitung von Prim. Univ.-Doz. Dr. Reinhard Germann hat die ECMO auch außerhalb der ICU („Intensive Care Unit“) an Bedeutung gewonnen. In ausgewählten Fällen kann sie beispielsweise im Herzkatheterlabor oder im Schockraum bei Patient:innen mit Kreislaufstillstand eingesetzt werden, wenn eine konventionelle Wiederbelebung nicht erfolgreich ist. „Gerade hier ist allerdings ein Punkt entscheidend“, betont OA Dr. Rinösl: „Der Erfolg hängt wesentlich davon ab, ob sofort mit einer qualitativ hochwertigen Reanimation begonnen worden ist – nur dann macht ein zeitnaher ECMO-Einsatz Sinn.“
Allen ECMO-Patient:innen ist gemeinsam, dass sie sich in lebensbedrohlichen Situationen befinden. „Fakt ist“, weiß der geschäftsführende Oberarzt Univ.-Doz. Dr. Matthias Hohlrieder, MBA aus Erfahrung, „ohne den Einsatz einer Extrakorporalen Membranoxygenierung hätten sie nur minimale Überlebenschancen – mit der ECMO konnten rund 60 Prozent der behandelten Patient:innen erfolgreich therapiert werden und das Krankenhaus in gutem gesundheitlichen Zustand wieder verlassen.“
Mobiles ECMO-Team fürs ganze Land
Um eine rasche Verfügbarkeit sicherzustellen, ist das ECMO-Team rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr im Bereitschaftsdienst und wird über eine eigene Notfallnummer alarmiert. Die hochspezialisierte Einsatzgruppe besteht inzwischen aus rund 40 Ärzt:innen und Pflegekräften. Um die hohe Qualität und Sicherheit dieser komplexen Therapie durchgehend zu gewährleisten, sind regelmäßige und intensive Trainings notwendig: „Die ECMO ist keine Standardtherapie – jeder Einsatz erfordert klar geplante Abläufe und ein perfekt eingespieltes Team“, erklärt DGKP Bernhard Flatz, pflegerischer Stationsleiter der Intensivstation.
Mittlerweile ist das ECMO-Team auch mobil: Bei Bedarf ist die jeweilige Notfalleinheit auch in der Lage, samt Equipment alle Krankenhäuser des Landes zu erreichen und eine ECMO-Therapie vor Ort einzuleiten. Die Etablierung dieses mobilen ECMO-Dienstes stellt einen wesentlichen Fortschritt für die Intensiv- und Notfallmedizin im Land dar und erweitert das Angebot noch einmal deutlich. „Dass wir diese Therapie heute rund um die Uhr in allen Krankenhäusern anbieten können, stellt eine deutliche Verbesserung für die Versorgung der Bevölkerung dar“, ist OA Dr. Harald Rinösl zurecht stolz auf die Leistung seines Teams. Die ECMO-Therapie zeigt eindrucksvoll, wie moderne Medizin, spezialisierte Teams und rasche Abläufe Leben retten können.
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